5 heimische Wildkräuter, die du kennen solltest

Sie wachsen an Wegrändern, auf Wiesen, zwischen Pflastersteinen und manchmal mitten im Gemüsebeet: heimische Wildpflanzen. Oft werden sie vorschnell als „Unkraut“ bezeichnet und entfernt. Dabei sind viele dieser Pflanzen wertvolle Nahrungsquellen für Insekten, wichtig für die Artenvielfalt und teilweise sogar für uns Menschen nutzbar. Wir stellen fünf bekannte Wildpflanzen vor, denen du in der Stadt und im Garten häufig begegnest.

Von Brennnessel bis Giersch: fünf Wildkräuter im Porträt


1. Die Große Brennnessel
Die Brennnessel ist wahrscheinlich eines der bekanntesten „Unkräuter“. Ihre Brennhaare sorgen bei Berührung für ein unangenehmes Brennen auf der Haut. Trotzdem ist sie eine besonders wertvolle Wildpflanze

Ihre Blätter dienen den Raupen verschiedener Schmetterlingsarten als Nahrung. Dazu gehören beispielsweise Tagpfauenauge und Kleiner Fuchs. Deshalb lohnt es sich, in einer ruhigen Gartenecke einige Brennnesseln stehen zu lassen.

Auch für Menschen ist die Pflanze interessant: Junge Blätter können unter anderem für Suppen, Pesto oder Kräutertee verwendet werden. Durch Kochen, Trocknen oder gründliches Zerkleinern verlieren die Brennhaare ihre Wirkung.


2. Der Spitzwegerich

Der Spitzwegerich wächst häufig auf Wiesen, an Wegen und auf eher trockenen Flächen. Du erkennst ihn an seinen langen, schmalen Blättern mit deutlich sichtbaren parallelen Blattadern.

Die heimische Pflanze ist seit Langem als Heilpflanze bekannt. Zerdrückte Blätter werden traditionell bei kleineren Insektenstichen verwendet. Auch in der Küche lassen sich junge Blätter verwenden. Ihr Geschmack wird häufig als leicht pilzartig beschrieben.

Für verschiedene Insekten bietet der Spitzwegerich Nahrung und Lebensraum. Seine unscheinbaren Blütenstände zeigen, dass eine Pflanze nicht besonders auffällig blühen muss, um ökologisch wertvoll zu sein.


3. Der Löwenzahn

Seine gelben Blüten und späteren „Pusteblumen“ kennt fast jedes Kind. Löwenzahn wächst auf Wiesen, an Straßenrändern und in Gärten. Mit seiner kräftigen Pfahlwurzel gelangt er auch in tieferen Bodenschichten an Wasser und Nährstoffe.

Die Blüten bieten zahlreichen Insekten Nahrung. Junge Blätter können beispielsweise Salaten beigegeben werden, während sich aus den Blüten Sirup herstellen lässt. Allerdings gibt es nicht nur eine einzige Löwenzahnart: In Deutschland werden zahlreiche schwer unterscheidbare Kleinarten zusammengefasst.


4. Der Giersch

Giersch ist bei vielen Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzern wenig beliebt. Durch seine unterirdischen Ausläufer breitet er sich schnell aus und lässt sich nur schwer vollständig entfernen.

Dabei ist Giersch eine vielseitige Wildpflanze. Die jungen Blätter können ähnlich wie Petersilie oder Spinat verwendet und beispielsweise zu Pesto verarbeitet werden. Auch verschiedene Insekten besuchen seine weißen Blütendolden. Für einige Schmetterlingsarten dient die Pflanze als Nektarquelle oder Raupenfutter.

Bei der Bestimmung ist besondere Sorgfalt wichtig, da Giersch zur Familie der Doldenblütler gehört und mit ungeeigneten oder giftigen Pflanzen verwechselt werden kann.


5. Der Gundermann

Der Gundermann wächst häufig an schattigen Wegrändern, unter Hecken und auf feuchten Wiesen. Seine rundlichen Blätter besitzen einen gekerbten Rand. Im Frühjahr erscheinen kleine blauviolette Blüten.

Die niedrig wachsende Pflanze breitet sich über Ausläufer aus und bildet dabei dichte Teppiche. Ihre Blüten werden von verschiedenen Insekten besucht. Die Blätter duften beim Zerreiben würzig und können in kleinen Mengen zum Verfeinern von Kräuterquark, Salaten oder Getränken verwendet werden.


Wildkräuter entdecken und richtig behandeln

Nicht jede Pflanze, die von selbst im Garten wächst, muss sofort entfernt werden. Eine kleine wilde Ecke mit Brennnesseln, Löwenzahn und anderen Wildkräutern schafft Nahrung und Rückzugsräume für Insekten. Der BUND empfiehlt deshalb, Wildkräuter kontrolliert wachsen zu lassen und sie bei Bedarf einzudämmen, statt sie grundsätzlich zu bekämpfen.

Wer Wildpflanzen sammeln oder essen möchte, sollte sie zweifelsfrei bestimmen können. Pflanzen an stark befahrenen Straßen, auf gespritzten Flächen oder an beliebten Hundestrecken sind zum Sammeln ungeeignet. Geschützte Pflanzen dürfen nicht gepflückt werden. Im Zweifel bleibt die Pflanze besser stehen.

Für Einsteigerinnen und Einsteiger empfiehlt sich eine geführte Wildkräuterwanderung. Dort lassen sich typische Merkmale direkt an der Pflanze kennenlernen. Blütenform, Blattstellung, Geruch und Standort können bei der sicheren Bestimmung helfen.

Weiterlesen

Nach oben scrollen